Immer wieder gibt es Beschwerden darüber, dass die GEZ Haustiere anschreibt und davon ausgeht, dass diese Rundfunkgeräte zum Empfang bereithalten.
Nun abstreiten will ich das nicht, doch wie kommt es dazu?
In der heutigen Zeit wird Datenschutz ganz groß geschrieben. Auch hier im Forum sieht man, dass stark über dieses Thema diskutiert wird. Doch nicht jeder Mitbürger geht so vorsichtig mit seinen persönlichen Informationen um, wie es unsere User tun.
Da wird zum Beispiel, weil es ja so niedlich ist, bei der Bestellung des Katzenkörbchens über das Internet, natürlich als Empfänger auch Samtpfötchen Kitty angegeben. Das Krönchen, wird meiner Meinung nach, jedoch von den ganz Übereifrigen aufgesetzt.
Diese nehmen immer wieder gern an vermeintlichen Gewinnspielen teil. Und um natürlich ganz sicher zu gehen, dass die Gewinnchance auch erhöht wird, füllt man hier gleich eine Karte für jedes Haushaltsmitglied aus. Das wären dann z.B. Mama, Papa, das Söhnchen Max, die Tochter Emma und natürlich auch der Kanarienvogel Hansi. Alles wird fein säuberlich mit Familiennamen und Adresse versehen (muss ja alles seine Richtigkeit haben) und dann in der Hoffnung auf einen Gewinn in die Box geschmissen. Danach bleibt nur noch Abwarten! Doch seltsamerweise bleibt der vermeintliche Gewinn oft auch nach dem 20. Gewinnspiel aus. Stattdessen füllt sich der Briefkasten immer mehr mit Werbprospekten, Kreditanträgen oder Angeboten für Probefahrten im nächsten Autohaus.
Die Wenigsten wissen jedoch, dass Gewinnspiele noch immer fast ausschließlich der Datenbeschaffung dienen. Ob hier wirklich Sorglosigkeit oder Unwissenheit der Grund ist, vermag ich weder zu sagen, noch zu vermuten. In der Regel landen jedoch all diese Namen und Adressen bei Firmen, die ihr Geld damit verdienen, möglichst viele verwertbare Informationen zu sammeln, um damit Statistiken zu erstellen und Werbemaßnahmen durchführen zu können. Auch der Piepmatz Hansi landet in diesem Topf und schon jetzt weiß niemand mehr, dass Hansi ein Vogel ist.
Nun ist es natürlich kein Geheimnis, dass auch die GEZ Anschriften von externen Adressanbietern bezieht. Dies ist im Rundfunkgebührenstaatsvertrag § 8 Abs. 4 geregelt. (oder auch über www.gez.de, Onlineservice, Top-Downloads)
So kann es auch sein, dass wir die Anschrift von Hansi Meier erhalten. Da Hansi ein gängiger Vorname (Hansi Hinterseer fällt mir ein) ist, bleibt es für uns auch ein Geheimnis, dass es sich hier um einen Vogel handelt.
All die Namen und Adressen, die die GEZ bekommt, werden natürlich mit dem Bestand abgeglichen. Stellt sich dabei heraus, dass es kein Teilnehmerkonto für Hansi Meier gibt, wird natürlich auch dieser angeschrieben und über eine evtl. Rundfunkgebührenpflicht informiert.
Mehr steckt nicht dahinter.
Natürlich kann ich nachvollziehen dass es ärgerlich ist, wenn man ein Schreiben für sein Haustier im Briefkasten hat. Obwohl ich es weniger ärgerlich als seltsam finden würde. Doch sollte man sich hier nicht überlegen, wo der Name des Tieres bekannt gegeben wurde und in Zukunft einfach vertraulicher und bewusster mit diesen Informationen umgehen?
Ich hoffe, ich konnte jetzt zumindest etwas Licht in die Sache bringen und erklären wie diese komischen Konstellationen zustande kommen.
Viele Grüße
Conny
Ach … kleiner Tipp! Am schnellsten sind diese Sachen telefonisch, per Post oder einfach übers Internet www.gez.de zu regeln. Ein kleiner Hinweis auf Vogel Hansi bzw. das angeschriebene Haustier und schon ist es geklärt. ;)