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06.07.2010Vorteil: Zuschauer

Das duale Rundfunksystem

Deutschland - Land der vielen Radio- und Fernsehsender! Als Zuschauer hat man hier die Qual der Wahl, da es eine schwer überschaubare Vielzahl an Haupt- und Spartensender gibt (private und öffentlich-rechtliche Sender zusammengezählt). Die Notwendigkeit dieser Vielfalt scheint ebenfalls begründet, denn letztlich haben alle Sender einen bestimmten Marktwert und können diesen halten. Klar, stehen einige besser da, andere werden weniger mit Aufmerksamkeit verwöhnt. Das ändert jedoch nichts daran, dass scheinbar jeder Sender sein Publikum findet... wie jeder Topf den ominösen Deckel.

 

Die meisten Leute stört es auch nicht, dass es viele private Sender gibt, jedoch wird bei den öffentlich-rechtlichen genauer hingeschaut. Ganz klar, es ist ja auch das Geld des Gebührenzahlers, das für die Programmvielfalt verwendet wird. Bei den Privaten will jeder Sender sein Stück vom Kuchen abhaben, verständlich. Aber warum so viel Programmangebot seitens der öffentlich-rechtlichen Sender? Und wieso vom Geld der Gebührenzahler? Ein Sender, auf dem nur Telekolleg und Tagesschau laufen würde, genügt doch, oder nicht?

 

Na ja, wenn man mal genauer hinschaut, verschwimmen die Grenzen plötzlich...

 

Wir haben in  Deutschland ein duales Rundfunksystem, welches sowohl die privaten Sender, als auch die öffentlich-rechtlichen Sender einschließt. Der Private Rundfunk darf ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk garnicht existieren. Dies steht jedenfalls im Rundfunkstaatsvertrag. Sinn der Sache ist folgender:

 

In unserem Grundgesetz Art. 5 ist die Rundfunkfreiheit verankert. Nach Auffassung des Bundesverfassungsgerichts kann privater Rundfunk alleine der Aufgabe, die Rundfunkfreiheit zu garantieren, nicht gerecht werden. Es bestünde die Gefahr, dass das Programm zu einseitig und beeinflußbar wäre, da es entweder auf Massen ausgerichtet sein müsse, oder durch Sponsoren finanziert werden würde. Um die Vielfalt der Programme zu gewährleisen und lanfgristig zu fördern, wurde 1986 das duale Rundfunksystem verabschiedet. Die öfffentlich-rechtlichen-Sender erfüllen den Auftrag der Grundversorgung und den der Unterhaltung und werden hauptsächlich gebührenfinanziert. Hier findet sich z.B. auch der Freiraum "Neues" zu wagen und Sendungen zu produzieren, die eine kleine Zielgruppe ansprechen. Die Privaten haben derweil keine bestimmte Aufgabe; Sie produzieren hauptsächlich für den Mainstream und widmen sich der Gewinnerzielung, während den öffentlich-rechtlichen Sendern eine Gewinnerzielung untersagt ist.

 

Das Ergebnis dieses Systems sind zwei sehr erfolgreiche Konzepte. Dies spiegelt sich in einer Programmvielfalt, die Ihresgleichen sucht. Den entscheidenen Vorteil aus diesem System kann der Zuschauer ziehen...

28.05.2010Die UNVERGLEICHLICHE...

...Aufgabe der GEZ

Im Laufe der vergangenen Monate wurde die GEZ im Forum mit allen möglichen Institutionen verglichen. Es wurden auch sehr schöne Vergleiche zum Thema Rundfunkgebührenpflicht angestellt. Die Schweizer Autobahnmaut wurde herangezogen, eine Zwangsbetankung (des Autos / nicht irgendwelcher Personen ;-)) als Vergleich dargestellt, Krankenkassen und andere solidarische Institutionen als Konterbeispiel genannt. Na ja, immer wieder mit dem Ergebnis, dass jeglicher Vergleich irgendwie hinkt. Nichts passt so richtig. 

 

Doch was macht die GEZ so einzigartig und wieso wurde die GEZ überhaupt ins Leben gerufen?

 

Vor 1976 wurden die Rundfunkgebühren von der Deutschen Post eingezogen - über den Postboten Ihres Vertrauens sozusagen. Diese Methode erwies sich jedoch als zu kostenintensiv. Die Post beanspruchte im Schnitt 20% - 25% der Einnahmen für sich. Bis dato sah sich die Post selbst als Gebührengläubiger N° Uno. Das Bundesverfassungsgericht schob ihr jedoch 1968 einen Riegel vor und sprach den Landesrundfunkanstalten die volle Höhe der Rundfunkgebühren zu. Es handle sich bei der Rundfunkgebühr um eine Anstaltsnutzungsgebühr, weshalb der Gebührengläubiger nicht die Post, sondern die Landesrundfunkanstalten an sich seien, so die Begründung. 

 

Dies war allerdings noch nicht die Geburtsstunde der GEZ, denn erstmal musste der Gebühreneinzug reformiert werden. Klar war, dass die Kosten für den Einzug so gering wie möglich zu halten seien. Daher sprach man sich für eine Zentralisierung der Aufgabe aus. Ebenfalls für die Zentralisierung sprach der technische Fortschritt.  Elektronische Speichermedien lösten nach und nach die altbewährten Methoden ab.

 

Im Jahr 1973 wurde durch die ARD-Hauptversammlung beschlossen, dass in Zukunft der Gebühreneinzug über eine einzige Institution abgehandelt werde - über die "Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Bundesrepublik Deutschland" - kurz G E Z. Dieses Unternehmen hatte zwei Vorteile: Die Zentralisierung ermöglichte eine kostengünstigere Methode und man entfernte sich weiter vom staatlichen Einfluss (damals war die Post noch in Staatshand).

 

Offiziell startete die GEZ am 01.01.1976 doch bis dahin mussten noch einige Steine ins Rollen gebracht werden, sprich, die organisatorischen Grundlagen geschaffen werden. 1975 wurde z.B. der Datenbestand (damals 19,5 Millionen Rundfunkteilnehmer) von der Post übernommen. Die Daten waren damals auf Adremaplatten gespeichert, die schlecht lesbar und noch schlechter zu verwalten waren (aneinandergereiht ergaben sämtliche Platten eine Länge von über 35 Kilometern). Zu Beginn arbeitete die GEZ mit "unfassbaren" zwei Rechnern die zusammen 8 MB Speicher aufs Parkett legten!!! Das Ganze war eine der größten Rationalisierungsmaßnahmen in Deutschland.

 

Zum Vergleich:

Die Post kostete den Gebührenzahler pro Jahr ganze 238 Millionen DM.

Die GEZ verbrauchte nur 81 Millionen DM im Jahr.

 

Die eingehenden Gelder werden übrigens der GEZ aus an die Landesrundfunkanstalten, das DeutschlandRadio und das ZDF weitergeleitet.  Die GEZ hat ebenfalls die Aufgabe über die Gebührenpflicht zu informieren. Derzeit läuft z.B. Kampagne die "Natürlich zahl' ich!". Den ersten GEZ-Werbespot gibts hier - GEZ Anmeldung 1978. Mein persönlicher Lieblingsspot ist jedoch dieser hier. Einige Spots wurden sogar mit dem Jupiter Award ausgezeichnet.

 

Die GEZ ist also als gemeinsames Rechen- und Servicezentrum der Landesrundfunkanstalten zu verstehen und ja, sie ist einzig und allein für diese besondere Aufgabe ins Leben gerufen worden. Daher auch die Unvergleichbarkeit.

 


Viele Grüße
Daniela

 

PS.: Ich habe ab heute 3 Wochen Urlaub und werde während dieser Zeit nicht auf eure Kommentare antworten können. Dies werde ich allerdings auf jeden Fall nachholen, sobald ich wieder zurück bin. Ich wünsche schöne, sonnige Tage und sage ci vediamo ;-).

06.05.2010PC-Gebühr - Eine dumm-dreiste Frechheit....

... oder die logische Konsequenz neuer Technik?

Machen wir uns doch mal nix vor. Dings-Funk-Stick in Plasma-Empfangsgerät gesteckt und ab gehts. Super-simpel, mit ohne Kabelsalat und die minimalistische Wohneinrichtung ist ebenfalls gewährleistet. Ein, an die Wand genageltes Gerät + entsprechende Konsole = fertig. Ob nun Heimkino via Blue-Ray, Wii-Spieleabend mit Freunden, Urlaubsfotos sortieren von der Digi-Cam oder der gemütliche Sonntagabend mit dem Tatort aus der Region. Für die richtige Stimmung sorgt die Ambi-Light Funktion.

 

Sollte das Gerät mal temporär nicht für Spiel und Spannung genutzt werden, kann es als digitaler Bilderrahmen herhalten, oder, zum Abend hin, ein romantisches Kaminfeuer nachahmen. Und was jetzt noch nicht ist, wird gewiss bald werden.

 

Auch für das Unterwegs-Entertainment ist heutzutage gesorgt. Pausenlos kann der Zerstreuungssuchende Zerstreuung finden. Mobile, Ec-Karten große Wunder der Technik machen es möglich. Radio on, Kopfhörer in, Lautstärke regulieren - aus Rücksicht vor den Mitreisenden - I like, I like...

 

So wird die Fahrt mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln auch wieder erträglicher.

 

Weniger klein, jedoch noch effektiver in Punkto Zeitvertreib - das "Schlepptop"! Harald Schmidt verpasst? Lange Bahnfahrt vor sich? Akku geladen? Super! ARD-Mediathek im www anrufen, Stöpsel in die Lauscher und zurücklehnen. Vielleicht mag der Sitznachbar ja mitschauen? Stöpsel teilen - Fernsehn verbindet!

 

Entziehen kann man sich natürlich auch... einfach mal abschalten! Irgendwie macht dieser Satz für mich in der heutigen Zeit noch mehr Sinn als er jemals gemacht hat. Aber ich bin nicht hier um über Dinge wie Entschleunigung zu referieren.

 

Fakt ist, diese Welt verändert sich stetig und die alterschwachen, herkömmlichen Rundfunkgeräte werden irgendwann in Ihrer jetztigen Form nicht mehr existieren. Goodbye Fernseher and goodbye Radio, welcome new, multifunktionaler Alleskönner! Und das ist das, was die Mehrheit der Menschen will. Alles - und das mit dem geringstmöglichen Aufwand.

 

Was bleiben wird, ist die Tatsache, dass Rundfunk weiterhin produziert wird. Das heißt, die Menschen die Funk und Fernsehen schaffen, müssen, sollen und wollen weiterhin für Ihre Arbeit bezahlt werden. Und das wird durch die Verbreitung der Sache über noch mehr Medien nicht unbedingt günstiger.

 

Wer also der Meinung ist, die PC-Gebühr wäre eine Frechheit, dem sollte eigentlich klar sein, dass dies einfach nur eine Konsequenz der neuen Möglichkeiten ist.  Alles andere wäre, meiner Meinung nach, ein wenig engstirnig.

 

Grüße

Daniela

 

P.S.: Eine Gebühr für neuartige Rundfunkgeräte ist im privaten Bereich nur dann fällig, wenn keine herkömmlichen Rundfunkgeräte vorhanden und angemeldet sind.

13.04.2010Choleriker, Zyniker und Co.

... eine Frage des Humors?

 

„WENN I SCHREIE DAD, DANN WÜRD SE DES SCHOO MERKEN, FRÄULEIN, UN WENN EANA DES ZO LAUT IS, DANN HALTE SIE DOCH EINFACH DEN HÖRER WEG!!!“

 

O ha, gesagt – getan. Mit einiger Entfernung und den Gesprächslautstärkeregler meines Telefons auf geringster Stufe, verstand ich meinen Gesprächspartner immer noch gut. Probleme bereitete mir als Rheinländerin nur das ur-bayerisch, das mir aus dem Hörer entgegensprudelte.

 

Meine Versuche meinen Gesprächspartner zu einem normalen Gespräch zu bewegen, scheiterten in kläglichen „Tschul…s“, ähm…s“ und „Herr…s“! Der Bayer setzte seinen vollblütigen Monolog derweil uneingeschränkt fort. Aus den Bruchstücken, die ich verstand, und aus dem, was ich aus dem vorliegenden Schriftverkehr erkennen konnte, sortierte ich mir den Ursprung seiner „Lebhaftigkeit“.

 

Es ging um Fernsehempfang ohne DVB-T Receiver und darum, dass er ohne Receiver keine Programme empfangen könne und somit auch keine Rundfunkgebühren zahlen wolle. Den Receiver wolle er sich erst recht nicht kaufen. Er bezog sich auch auf eines unserer vorhergegangenen Schreiben, in welchem ihm der Sachverhalt bereits geschildert worden war, jedoch betitelte er dieses als unzureichend.

 

„I BRAUCH A  AUSFÜHRLICHE ERKLÄRUNG, DIE JEDER NO SO *beep* POLITIKER VERSTEHT. DANN GEH I MIT DEM SCHRIEB MOI ZU DEM HI UN DANN WOLLN MIR MOI SEGN….!!!“

 

Ich kam nun tatsächlich mal zu Wort und versicherte ihm, dass er postwendend eine ausführlichere Erläuterung erhalten würde. Er bedankte sich – nun etwas ruhiger – und verabschiedete sich.

 

Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Diese Situation hatte was Komisches und der Bayer war mir, trotz seiner ruppigen Art, sympathisch. Wenn es doch immer so wäre…! Ich fand es sinnvoll, dass er seinem Ärger Luft machen wollte, und dies nicht nur bei mir. Ob sich dadurch was ändert oder nicht - Schweigen ist, meiner Meinung nach,  der falsche Weg um Dinge zu ändern.

 

Ihre Daniela

Verfasst von Daniela um 16:11Abgelegt unter ArbeitsalltagKommentare lesen/verfassen

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