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12.07.2010Aus aktuellem Anlass

In letzter Zeit häufen sich leider wieder betrügerische Anrufe im Namen der GEZ.

Ich hatte neulich eine Teilnehmerin am Telefon, die sehr aufgebracht war, da sie gerade einen Anruf erhalten hatte (mit unterdrückter Rufnummer obendrein, was ohnehin längst verboten ist). Die Anruferin gab sich als Mitarbeiterin der GEZ aus.

Man sagte ihr, sie gehöre zu den wenigen glücklichen Ausgewählten, die Werbung im Fernsehen testen dürfen und im Zuge dessen tolle Sachgeschenke erhalten. Dafür bekomme sie eine Art "Fernbedienung" mit der Post zugeschickt, mit der sie dann während der Werbeblöcke einzelne Produktwerbungen elektronisch bewerten solle.

Dafür müsse sie einmalig einen bestimmten Betrag (ich glaube, es waren so ca. 50 EUR) bezahlen, der von ihrem Konto abgebucht würde.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, diese Dreistigkeit.

Zum Glück hat diese Teilnehmerin ihre Bankdaten nicht preisgegeben und war so nett, uns sofort darüber zu informieren, damit wir aktiv werden können.

Aber leider, und das gehört zu meiner Bitte an dieser Stelle, sind nicht alle so sensibilisiert und erkennen den Betrug, sondern geben ganz brav ihre Kontoverbindung an.

Insbesondere ältere Menschen kommen oft nicht auf die Iee, dass sie gerade übers Ohr gehauen werden.

Bei Anrufen Im Namen der GEZ, bei denen es dann um irgendwelche  Gewinnspiele oder Ähnliches geht, handelt es sich immer um Anrufe in betrügerischer Absicht!

Falls also jemand etwas darüber mitbekommt, im Freundes- oder Bekanntenkreis, bitte darauf hinweisen, dass man am besten sofort die Verbraucherschutz-Zentrale informiert und auch die GEZ, damit wir gegebenenfalls aktiv werden können.

Ihre Anja

Verfasst von Anja um 16:34Abgelegt unter Aktuelle ThemenKommentare lesen/verfassen

02.06.2010Wie alles anfing...

Wie alles anfing…

Beim Lesen im Forum, aber auch in meinem Job, in dem ich mit Teilnehmern in Kontakt bin, merke ich oft, dass viele aus der jüngeren Generation, zu der ich ja leider nicht mehr so richtig gehöre;-), gar nicht wissen, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland historisch entstanden und gewachsen ist.

Zu meiner Schulzeit nahm das Thema „Nationalsozialismus“ noch einen großen Platz in den Geschichtsstunden ein. Wie das heutzutage in den Lehrplänen unserer Schulen in Deutschland aussieht, kann ich nicht beurteilen. Aber ich finde es wichtig, dass man sich den historischen Hintergrund für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk doch mal wieder vor Augen führt. Dazu habe ich ein wenig zum Thema „Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland“ recherchiert.

Nach der Frage „Warum ein gebührenfinanziertes Rundfunk-System?“, die ja im Forum mittlerweile vor allem aus dem „Grundversorgungsauftrag“-Blickwinkel beleuchtet wird, versuche ich mich an einem kleinen historischen Abriss.

Die Basis für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab 1945 schafften die Alliierten nach dem Kriegsende und zogen damit die Lehre aus der Nazi-Zeit: Kein Propaganda-Staatsfunk mehr, sondern selbstständige Anstalten des öffentlichen Rechts.

Erwachsen ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk ganz ursprünglich aus der „NORAG“, abgekürzt für die „Nordische Rundfunk-AG“, die im Mai 1924 in Hamburg gegründet wurde.

Sage und schreibe 896 angemeldete Hörer lauschten damals der ersten Sendung aus einem improvisierten Ton-Studio im Hamburger Fernsprechamt.  Wer Interesse daran hat, reinzuhören, hier der Link:

http://www.rundfunk-nostalgie.de/

Selbst damals gab es schon Rundfunkgebühren, die von der Reichspost eingezogen wurden. Von diesen Rundfunkgebühren erhielt die Sendeanstalt 50 bis 60 %. Mit dem Rest deckte die Reichspost die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Sendeanlagen und die Gebühreneinziehung ab.

Vor der Währungsreform kam dabei die gigantische Summe von 35 Bio. Mark. Jahresgebühr (Stichtag 08.11.1923) zusammen.

Ab dem 01.04.1924 und somit nach der Währungsreform wurden die Gebühren dann auf 24 Reichsmark jährlich (2 pro Monat) festgesetzt. Kann man natürlich nicht mit heute vergleichen, logisch, das durchschnittliche Haushaltseinkommen damals (1924) belief sich auf ca. 180 Reichsmark monatlich.

Schwarzhörer gab’s übrigens zu der damaligen Zeit auch schon, man bastelte sich seinen „Empfänger“ oftmals selber zusammen und meldete ihn nicht an.

Im Jahre 1928 zog die „NORAG“ in die Hamburger Rothenbaum-Chaussee um, wo dann die Sendungen produziert wurden. Der NDR hat übrigens dort heute noch Studios und auch die „Abteilung Rundfunkgebühren“ befindet sich dort. Hier werden auch Beschwerden über das Verhalten von Gebührenbeauftragten entgegengenommen.

Doch zurück zur Historie… Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde die „NORAG“ im Jahre 1934 verstaatlicht.  Die Gleichschaltung der öffentlichen Medien - und damit die Umwandlung in reine Nazi-Propaganda-Organe - hatte begonnen. In den deutschen Wohnstuben wurde der „Volksempfänger“ zum Sprachrohr der Nationalsozialisten.

Der war so eine Art „Massenprodukt“ der Nationalsozialisten, kostete nicht viel und durch dessen Verbreitung stieg die Zahl der gebührenzahlenden Rundfunkhörer im Reich sukzessive an. Ihre Zahl belief sich zum Höchststand 1943 auf rund 16 Millionen Personen, die pro Monat zwei Reichsmark Gebühren bezahlten. Von diesen Gebühreneinnahmen ging ein kleinerer Teil an die Deutsche Reichspost.

Der Rest floss an die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft (RRG) und vor allem das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, das mittels der Gebühreneinnahmen den größten Teil seines Haushaltes bestritt.

Nach dem Kriegsende 1945 war es für die Besatzungsmächte (so auch die britischen) immens wichtig, diese Propaganda-Maschine und die Partei-Abhängigkeit der Medien zu unterbinden.

Die britischen Allierten gründeten den neuen Sender "Radio Hamburg", der am 22.09.1945 als "Nordwestdeutscher Rundfunk" (kurz: NWDR) der Sender der britischen Besatzungszone wurde. Das Modell der BBC stand Pate für die Organisation des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Neben einem Grundversorgungsauftrag (die Versorgung aller Bürger, auch in zum Beispiel topographisch schlecht erreichbaren Gebieten, mit Informationen), und einem gesetzlich definiertem Programmauftrag ist eine der weiteren wesentlichen Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die Wahrung der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit.

Der Sender wurde erst ab 1948 in deutsche Hände gegeben und Adolf Grimme wurde der erste Generaldirektor.

In unserer Demokratie kann man ja heute mit Recht über Staatsferne diskutieren, aber was für finstere Zeiten waren das, als nur die Partei-Meinung der Nazis über das Radio und die Zeitungen verbreitet werden durfte…??

Vor diesem Hintergrund ergibt sich meiner Meinung nach als einzige Möglichkeit, einen von einer Partei oder von einem Firmenkonsortium (Beispiele Leo Kirch, Rupert Murdoch) unabhängigen Rundfunk zu ermöglichen, die Finanzierung durch alle Bürger.

Wer das Thema vertiefen möchte… Hier sind ein paar interessante Links:

http://www.dra.de/rundfunkgeschichte/bildergalerie/geschichte.html

http://www.hans-bredow-institut.de/de/fgrn/forschungsstelle-geschichte-des-rundfunks-norddeutschland

http://www.mediaculture-online.de/Rundfunkgeschichte.42.0.html

Ihre Anja

 

 

Verfasst von Anja um 11:57Abgelegt unter Rundfunkgebühren allgemeinKommentare lesen/verfassen

01.04.2010Die schwer erklärbaren Befreiungsparagraphen

Aus aktuellem Anlass, denn ich habe gerade mit einer 68-jährigen Dame telefoniert.

In meinem Job telefoniere ich (fast) täglich mit Teilnehmern, auch mit vielen Senioren, die Rente beziehen. Ich erläutere bei Bedarf, dass eine Befreiung nur möglich ist, wenn zusätzlich zum Beispiel noch Grundsicherungsleistungen bewilligt worden sind.

Die Senioren gehören zu einer Generation, die es einfach gewöhnt waren und immer noch sind, korrekt ihre Rechnungen ( bzw. Zahlungsaufforderungen) zu bezahlen.

Ich kann sehr gut verstehen, dass sie zumeist recht außer sich sind, wenn sie dann am Telefon erfahren müssen, dass sie trotz einer geringen Rente keine Befreiung von der Gebührenpflicht erhalten können. 

Dasselbe gilt für junge Erwachsene, die sich in Ausbildung befinden und wirklich mit sehr wenig Budget ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Auch hier erlebe ich verärgerte und enttäuschte Anrufer, die sich darüber beschweren, dass sie nur mit dem Bezug von Leistungen wie zum Beispiel Berufsausbildungsbeihilfe befreit werden werden können.

Ich finde, das ist in meinem Job sehr wichtig: Zuhören, die Sachverhalte erklären und beraten. So ging es auch im Gespräch mit der älteren Dame. Klar war sie nicht begeistert über das, was ich ihr an Möglichkeiten aufzeigen konnte. Aber auch hier hab ich festgestellt, dass immer wieder mal falsche oder unvollständige Infos an die Teilnehmer gegeben werden, sei es von Arbeitsämtern oder Bürgerbüros.

Deshalb mein Rat: Unbedingt uns anrufen, wenn Unklarheiten bezüglich Befreiungen zu beseitigen sind!

Dafür sind meine Kollegen und ich Montags bis Freitags von 07.00 bis 19.00 Uhr für Sie da.

 

Ihre Anja

Verfasst von Anja um 13:05Abgelegt unter ArbeitsalltagKommentare lesen/verfassen

01.03.2010alles fair oder was?

Liebe Leser,

was ist eigentlich Fairness?

Ist es eine Privatangelegenheit, oder funktioniert sie auch öffentlich(rechtlich)?

Zum Thema "Grundversorgung", die mit dem Programm-Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen geregelt wird, ein paar Gedanken.

Ich möchte vorweg schicken,  dass mann diese Debatte endlos führen kann, denn jeder definiert "Grundversorgung" anders.

Der Eine kommt mit einem Sender klar, der überregionale Themen behandelt und "ein bisschen" Bildungsfernsehen macht.

Der Andere will aber in seiner Region von seinem Landesstudio mit Nachrichten, Musik, Infos und Tipps zu Theman der ganzen Bandbreite versorgt werden.

Und zum Thema "Verschlüsseln" und eine Art Pay-TV aus den ÖR´s zu machen, kann ich nur sagen, genau das geht ja zu hundert Prozent konträr zu dem eigentlichen Gedanken von der Versorgung der Öffentlichkeit, und zwar der gesamten.

Absolut richtig finde ich, darüber zu diskutieren, wie weit Grundversorgung gehen sollte, aber einige Szenarien, wie sie im Forum dargestellt werden, führen das Ganze an sich ad absurdum.

In einer Gemeinschaft gibt es, da stimmen Sie mir sicherlich zu, solidarische Leistungen, die von allen zu tragen sind, aber nicht von allen gleichermaßen in Anspruch genommen werden.

Eine sehr philosophische Debatte, die man zu diesem Thema führen kann, finde ich, und die gar nicht mehr so sehr mit Rundfunkgebühren zu tun hat, sondern grundsätzlich in Frage stellt, inwieweit das Individuum seinen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten hat.

Das ist eine Entscheidung, die jeder für sich selber zu treffen hat, der Eine empfindet es als normal und sozusagen als seinen persönlichen Pflichtbeitrag, individuelle Leistungen beizusteuern, der Andere betrachtet sich womöglich gar nicht als Teil eines Staatswesens...

Beide Standpunkte sind nachvollziehbar und, wie ich finde, sie haben beide ihre Berechtigung. Schließlich leben wir ja (glücklicherweise!!) in einer Demokratie. Aber ganz ohne Regeln und Steuerung funktioniert die Sache nun mal nicht, und daher ist der Einzelbeitrag zu den Rundfunkgebühren richtig und wichtig!

 Ihre Anja

Verfasst von Anja um 11:03Abgelegt unter ForumsdiskussionKommentare lesen/verfassen

Der GEZ-Mitarbeiterblog

Der Mitarbeiterblog ist unser „Tagebuch“ als GEZ-Mitarbeiter: Hier gehen wir auf aktuelle Fragen zum Thema Rundfunkgebühren ein, setzen diese in Bezug zu unserem Arbeitsalltag oder empfehlen vielleicht einfach einen neuen Fernsehfilm. Je nach Lust und Laune.

Denn darum geht es: Hier schreiben wir als Mitarbeiter, und zwar das, was wir für wichtig erachten. Ungeschnitten. Wir Blogger kommen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen und widmen uns unterschiedlichen Themen – abhängig vom jeweiligen Interessensgebiet oder aktuellen Anlässen.

Unser Ziel ist es, mit dem Blog einen Einblick hinter die Kulissen der GEZ zu gewährleisten – offen, transparent und direkt. Woran arbeiten wir, wie arbeiten wir, welche Themen beschäftigen uns in unserem Arbeitsalltag? Auf diese und ähnliche Fragen wird dieser Blog nach und nach Antworten geben. A propos Antworten: Blogging ist Dialog. Deshalb freuen wir uns auf Ihre Anregungen, Ideen und Kommentare, um den Dialog in Gang zu halten.

Wir bloggen aus Spaß an der Freude. Hinter den Blogeinträgen steht nicht die GEZ, sondern wir Mitarbeiter selbst. Wir hoffen, Sie haben ebensoviel Spaß am neuen GEZ-Mitarbeiterblog! Auf Ihre Meinungen sind wir gespannt.

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